So zufrieden hat man Markus Söder lange nicht erlebt. «Das ist ein klarer Erfolg für die CSU und Bayern - und eine Klatsche für die Ampel», jubelt er über das Wahlrechtsurteil des Bundesverfassungsgerichts. Zwar gibt es einen Haken, der für einzelne CSU-Bundestagskandidaten noch sehr schmerzhaft sein könnte. Doch das Entscheidende ist: Die CSU muss sich keinerlei Sorgen mehr machen, aufgrund des neuen, von der Ampel-Koalition durchgesetzten neuen Wahlrechts aus dem Bundestag zu fliegen.
Bislang hatte die sogenannte Grundmandatsklausel die CSU-Existenz im Bundestag gesichert. Nach ihr zogen Parteien auch dann in der Stärke ihres Zweitstimmenergebnisses ins Parlament ein, wenn sie unter der Fünf-Prozent-Hürde lagen, aber mindestens drei Direktmandate gewannen. Und die CSU holte ja stets die allermeisten Wahlkreise in Bayern direkt. Die Ampel allerdings strich die Klausel - was bei einem weiteren Absinken (2021 holte die CSU bundesweit 5,2 Prozent) die christsoziale Berliner Zukunft gefährdet hätte.