Frauenfeindlichkeit hat nach Ansicht der Juristin Frauke Brosius-Gersdorf dazu beigetragen, dass ihre Wahl zur Verfassungsrichterin gescheitert ist. «Jetzt mit ein bisschen Abstand und so im Rückblick würde ich sagen, da war schon Frauenfeindlichkeit dabei. Auch ein ganzes Stück Frauenfeindlichkeit. Da muss man nicht nur in die sozialen Medien schauen, wo bis zum heutigen Tag Hass und Hetze im Zusammenhang mit der Richterwahl verbreitet wird und das oft sexistisch frauenfeindlich unterlegt wird», sagte sie beim Ludwig-Erhard-Gipfel der Weimer Media Group am Tegernsee.
Brosius-Gersdorf ist seit Oktober 2021 Inhaberin des Lehrstuhls für Öffentliches Recht an der Universität Potsdam. Im Juli 2025 sollte sie auf Vorschlag der SPD zur Richterin des Bundesverfassungsgerichts gewählt werden. Wegen Vorbehalten aus der Union gegen sie wurde die Wahl abgesagt. Im August zog sie schließlich ihre Kandidatur zurück.