Die Regierung von Oberbayern hat nach Medienberichten ein Disziplinarverfahren gegen Münchens Alt-Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) eingeleitet. Es bestehe der Verdacht, dass Reiter gegen Vorschriften des Beamtenrechts verstoßen habe, indem er ohne Genehmigung des Stadtrats beim FC Bayern «eine vergütete Tätigkeit ausgeübt hat», zitieren der Bayerische Rundfunk (BR) sowie die «tz» und der «Münchner Merkur» von Ippen Media einen Behördensprecher.
Dabei ging es um Posten im Verwaltungsbeirat, ab Februar auch im Aufsichtsrat des Fußballvereins. Als dies vor der Kommunalwahl im März publik wurde, war der Wirbel groß. Reiter trat von den Bayern-Ämtern zurück und spendete die 90.000 Euro, die er bis dato vom Verein bekommen hatte, an soziale Projekte. Trotzdem unterlag Reiter bei der Wahl zum Oberbürgermeister überaus deutlich seinem Herausforderer Dominik Krause von den Grünen. Noch am Abend der Stichwahlniederlage am 22. März verkündete er den Rückzug aus der Politik.