Moldaus Regierungschefin Maia Sandu hat erneut vor unnötigen Verzögerungen im EU-Beitrittsverfahren ihres Landes gewarnt. «Wir erwarten keine Abkürzungen und Ausnahmen, sondern ein leistungsorientiertes Verfahren», sagte sie nach einem Treffen mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der moldawischen Hauptstadt Chisinau laut offizieller Übersetzung. Alle Partner in dem Verfahren müssten mit der gleichen Entschlossenheit vorangehen, die Zeit sei dabei aufgrund der geopolitischen Verhältnisse entscheidender Bedeutung.
Seit Juni 2024 laufen die offiziellen Beitrittsverhandlungen zwischen der Europäischen Union und der Regierung in Chisinau. Sandu hatte vor einem Jahr das Ziel ausgegeben, bis 2030 der EU beizutreten. Infolge des Ukraine-Krieges genießt die Republik Moldau weltweite Aufmerksamkeit. Das kleine Land erhofft sich von der EU-Mitgliedschaft mehr Schutz vor einem russischen Einmarsch. Deutschland sei einer der wichtigsten Partner Moldawiens, betonte Sandu. Sie bezeichnete ihren Zeitplan «ambitioniert, aber realistisch».