Turbulente Zeiten und eng getaktete Terminkalender ist Markus Söder ja gewohnt. Die letzten Tage vor der politischen Sommerpause auch in Bayern sind aber noch einmal übervoll. Erst die tagelangen Unions-Querelen nach dem Rücktritt von Bundestagsfraktionschef Jens Spahn und folgende Personalrochade des Kanzlers. Dann diverse Sommerinterviews, zwischendurch noch eine Kabinettssitzung am Starnberger See. Und nun noch ein Zweitagestrip in drei Länder - Ungarn, Griechenland, Moldau - mit politischen Gesprächen quasi im Stundentakt, darunter auch mit dem neuen ungarischen Ministerpräsidenten.
Der Vollständigkeit halber: Am 4. März 2016 war zuletzt ein bayerischer Ministerpräsident in Budapest zu Gast. Damals nutzte Söders Vorgänger Horst Seehofer das Treffen mit dem damaligen ungarischen Regierungschef Viktor Orban als internationale Bühne, um in der Migrationsdebatte den Druck auf die damalige Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu erhöhen.
Zweites Reiseziel «Kontakte intensivieren» in Griechenland
In Athen erwartet Söder mit Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis nicht nur ein alter Bekannter. Bayern und Griechenland pflegen seit Jahren gute Kontakte, vergessen ist die Zeit, in der Söder wegen der griechischen Staatsschulden gar einen Austritt des Landes aus der Europäischen Union forderte.
Zudem ist Mitsotakis´ Partei Nea Dimokratia wie Söders CSU Teil der Europäischen Volkspartei EVP. «Griechenland hat die Eurokrise eindrucksvoll überwunden und ist wieder ein starker, wichtiger Wirtschaftspartner geworden», schlug Söder schon vor der Reise überaus versöhnliche Töne an. In der Migrationspolitik braucht Deutschland Griechenland laut Söder auch als Partner «bei der Steuerung der Außengrenzen».