Gut fünf Monate nach einem Gerangel an einem AfD-Infostand in Oberbayern ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht mehr gegen drei vermeintliche Angreifer, sondern gegen das vermeintliche Opfer. Der damalige AfD-Bürgermeisterkandidat in der Gemeinde Rott am Inn, Michael Maurer, werde der falschen Verdächtigung verdächtigt, teilte die Staatsanwaltschaft Traunstein mit. Für Maurer, der nach dem Vorfall die vermeintlichen Angreifer wegen Körperverletzung angezeigt hatte, gilt die Unschuldsvermutung.
Es gebe nach den eingestellten Ermittlungen wegen Körperverletzung gegen die vermeintlichen Angreifer Anhaltspunkte, dass Maurer selbst eine verfolgbare Straftat begangen hat, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Das Verfahren gegen ihn stehe aber «noch ganz am Anfang», die Ergebnisse würden vor Abschluss sorgfältig geprüft. Maurer wollte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur keine Stellung zu dem Verfahren nehmen. Er kenne die konkreten Vorwürfe nicht, wolle die Sache aber «auf sich beruhen lassen».