Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) hat die Pläne der schwarz-roten Koalition zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung kritisiert. «Die telefonische Krankschreibung abzuschaffen, bringt nur zusätzliche Bürokratie», sagte sie dem Radiosender Antenne Bayern. Nur rund ein Prozent der Krankschreibungen erfolge telefonisch. «Das heißt, der Gewinn ist relativ überschaubar.»
CDU, CSU und SPD wollen strengere Regeln für Krankschreibung
Die Spitzen der schwarz-roten Koalition in Berlin hatten in dieser Woche angesichts hoher Fehlzeiten strengere Regeln vereinbart. Die Möglichkeit zu telefonischen Krankschreibungen auch ohne Praxisbesuch soll abgeschafft werden. Außerdem soll die verpflichtende Vorlage einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag als gesetzliche Regel eingeführt werden - statt wie bisher am vierten Tag. In Betrieben sollen abweichende Regeln vereinbart werden können.
Union und SPD erhoffen sich durch weniger Krankheitstage Impulse für die schwächelnde Wirtschaft. Auch CSU-Chef Markus Söder hatte den Beschluss mitgetragen.