Spektakulär ist eine sogenannte Wasserhose allemal und gefährlich ebenso. Und das Wetterphänomen, das zur Familie der Tornados gehört, taucht laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) über dem Bodensee gar nicht so selten auf. Der Bodensee als Flächengewässer sei dafür geradezu prädestiniert. «Normalerweise registrieren wir dort zwei bis drei Wasserhosen pro Jahr», erzählt DWD-Tornadoexperte Jens Winninghoff.
Schwimmer und kleine Boote besonders gefährdet
Deutschlandweit würden Jahr für Jahr 40 bis 60 Tornados dieses Typs 2 gezählt, oft an der Ost- und Nordseeküste. Mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von rund 100 Kilometern pro Stunde sei mit einer Wasserhose nicht zu spaßen: «Mit einem kleinen Bötchen sollte man da nicht reinfahren.» Und Schwimmer sollten auch das Weite suchen.
«Für die großen Schiffe sind solche Wasserhosen nicht so gefährlich. Die Schiffsführer versuchen aber, ihnen auszuweichen», sagte ein Sprecher des Bodensee Schiffsbetriebe (BSB). Laut der Katamaran-Reederei sind auf dem Bodensee nur erfahrene Schiffsführer unterwegs. Der Katamaranbetrieb sei von dem Wetterereignis am Dienstag nicht betroffen gewesen und lief zu jeder Zeit planmäßig und ohne Einschränkungen weiter. Auch bei der BSB gab es keine Vorkommnisse.