Vergrämen, bejagen, die Dinge laufen lassen? Der als Fischjäger bekannte Kormoran hat am Mittwoch die Politik im Bundestag beschäftigt. Auf Antrag der CDU/CSU-Fraktion gab es eine öffentliche Anhörung im Umweltausschuss dazu. Experten diskutierten, mit welchen Mitteln und rechtlichen Grundlagen sich eine Kontrolle des Bestandes erreichen lasse. Gut ein halbes Kilo Fisch können die dunklen Zugvögel laut Experten am Tag verspeisen. Der Kormoran ist eine EU-weit geschützte Art.
Zurzeit gibt es keine bundesweite Regelung zum Umgang mit den Tieren, es gelten lediglich Länderverordnungen. Das will der Antrag mit einem sogenannten Kormoran-Management ändern. Fraktionschef Friedrich Merz und CSU-Kollege Alexander Dobrindt stehen unter dem Antrag - die Initiative stammt aber vom Bodensee.
Laut dem CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus Mack (Wahlkreis Calw/Freudenstadt) hat sich der Kormoran in Deutschland von einer ehemals bedrohten Vogelart zu einem fast schon überbehüteten Vogel entwickelt. «Nach aktuellen Schätzungen leben circa 120.000 Tiere an unseren Flüssen, Seen, Teichen und Küsten. Bei einer täglichen Futtermenge von 500 Gramm Fisch kommen wir auf über 9000 Tonnen Fisch, welche die Kormorane pro Jahr verspeisen», sagte der CDU/CSU-Berichterstatter für den Artenschutz.