Wie sich die Zeiten ändern: Als Markus Söder vor fast genau acht Jahren, am 18. April 2018, seine erste Regierungserklärung als Ministerpräsident hielt, strotzte der Franke vor Tatendrang und Ideen. Sage und schreibe 100 Maßnahmen kündigte er damals an. Von der Einführung einer Grenzpolizei über mehr Lehrer bis hin zum Raumfahrtprogramm «Bavaria One», so zeigte Söder seine sehr teure Vision für die Zukunft Bayerns auf. Ein halbes Jahr vor der damaligen Landtagswahl ging es für Söder und die CSU um die Verteidigung der absoluten Mehrheit.
Am 21. Mai 2026 steht Söder wieder am Rednerpult im Landtag und hält seine inzwischen 24. Regierungserklärung als Ministerpräsident. Schon mit seinem ersten Satz kündigt er – etwa zur Halbzeit der laufenden Legislaturperiode – «eine Standortbestimmung, eine ehrliche Bestandsaufnahme und einen Ausblick in die Zukunft» an. Und um es schon an dieser Stelle zu sagen: Mit dem 2018er-Ankündigungsfeuerwerk hat der Auftritt nicht mehr viel zu tun. Zwar finden sich durchaus auch einige Neuerungen in der rund einstündigen Rede – die Tonlage ist aber unverkennbar eine andere. Söder spricht nicht polarisierend, verzichtet auf direkte Attacken, gibt sich staatsmännisch.