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Söder legt Zehn-Punkte-Programm vor – CSU in Bayern soll wieder geeint werden

Nach innerparteilichen Querelen kündigt Markus Söder in München ein Zehn-Punkte-Programm an, um die Parteibasis stärker einzubinden und Einigkeit herzustellen.

Nach diversen parteiinternen Querelen will CSU-Chef Markus Söder in seiner Partei mit einem Zehn-Punkte-Programm eine neue Einigkeit erreichen. Ziel sei es, «die Partei mitzunehmen, sie zu motivieren und auch besser zu organisieren», sagte der bayerische Ministerpräsident nach einer Sitzung des Parteivorstands in München. Streit schade der Partei und der Demokratie. «Ich hoffe, auf neue Einigkeit.»

Basis besser einbinden

Zu den zehn Punkten gehörten laut Söder eine bessere Einbindung der Parteibasis, sowohl auf Parteitagen als auch durch digitale Umfragen zu aktuellen Entscheidungen und in Form von Basiskonferenzen. Zudem sollen die Programm- und Grundsatzkommission wiederbelebt werden, ein außenpolitischer Kongress in der zweiten Jahreshälfte zu den Themen Verteidigung und Europa und eine Parteivorstandsklausur nach den Landtagswahlen im Herbst stattfinden.

In CSU herrscht Unruhe

Söder reagiert damit auf die Unruhe, welche in der CSU spätestens seit der für die Partei insgesamt eher unerfreulichen Kommunalwahl aufgekommen ist. Bereits im vergangenen Dezember hatte Söder zudem bei seiner Neuwahl als Parteichef mit 83,6 Prozent ein schlechtes Ergebnis erhalten. Neuster Auslöser für die internen Debatten war aber der sogenannte Pfingstbrief von CSU-Vize und Europapolitiker Manfred Weber. Dieser hatte in dem fünfseitigen Schreiben einen Kurswechsel der CSU gefordert, für viele ein offener Angriff auf Söder.

Auch andere Parteien sind verunsichert

Söder machte aber auch klar, dass die CSU auch von außen unter Druck stehe. Mit Verweis auf Debatten in anderen Parteien wie CDU, SPD und FDP sprach er von einer «schweren Zeit für alle Demokraten». Diese seien verunsichert, warum die AfD in Umfragen so stark sei. «Viele diskutieren, alle suchen ihren Kurs in diesen schweren Zeiten. Es war früher einfacher, das mag durchaus sein. Jammern ist aber keine Option. Wir müssen Mut zeigen, konzeptionelle aber auch inhaltliche.»

Hanns-Seidel-Stiftung soll zu Denkfabrik ausgebaut werden

Auch die parteieigene Hanns-Seidel-Stiftung soll künftig eine wichtigere Rolle spielen, eine Art «Brücke zwischen Wissenschaft und Politik, eine Denkfabrik», wie es der designierte neue Leiter der Stiftung, Landtagsfraktionschef Klaus Holetschek, nannte. Auch in Sachen Social-Media sieht Söder noch Optimierungsbedarf für die CSU - es brauche mehr Sichtbarkeit: «Wir wollen insgesamt Partei, Funktionäre, Verbände stärker Social Media aufrüsten.»

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