CSU-Chef Markus Söder sieht eine «Schmutzkampagne» als ausschlaggebenden Grund, dass die CDU bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg knapp nicht stärkste Kraft geworden ist. Man sei ein bisschen traurig, denn «ohne diese zwei Videos» wäre Manuel Hagel (CDU) vor seinem Kontrahenten Cem Özdemir (Grüne) gelegen, sagte Söder nach einer CSU-Vorstandssitzung in München. «Ohne diese Schmutzkampagne wäre es anders ausgegangen», sagte er. «Darum tut uns das leid, und wir finden es unmöglich und erwarten da auch noch mal eine Diskussion drüber an der Stelle.»
Hagel war in der heißen Wahlkampfphase wegen zweier Videos in die Schlagzeilen geraten. Zunächst hatte eine Grünen-Bundestagsabgeordnete ein altes Video aus dem Jahr 2018 gepostet, in dem der damals 29-jährige Hagel von einer Schülerin und ihren «rehbraunen Augen» schwärmt. Hagel räumte zwar gleich ein, dass das «Mist» gewesen sei, doch das Video ging viral. Wenige Tage später sorgte ein weiteres Video gleich für neue Kritik: Hagel geriet beim Besuch einer Schule vor laufender Kamera mit einer Lehrerin aneinander und machte bei dem Auftritt alles andere als eine gute Figur.