Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bleibt ungeachtet der ablehnenden Haltung des tschechischen Parlaments zum Sudetendeutschen Tag in Brünn (Brno) bei seinen Reiseplänen: Er will erst dort auftreten und anschließend zu Präsident Petr Pavel nach Prag weiterreisen.
Der Sudetendeutsche Tag sei auch für ihn immer etwas Besonderes, sagte Söder nach einer Kabinettssitzung in München - und diesmal soll das Treffen deutscher Vertriebener und ihrer Nachfahren erstmals in Tschechien stattfinden. Söder betonte, der Sudetendeutsche Tag sei immer, «aber diesmal noch besonders, ein Angebot der Versöhnung, ein Angebot des Miteinanders». Es sei schade, dass es da jetzt wieder «sehr laute radikale Stimmen gibt».
Das tschechische Abgeordnetenhaus hatte sich vergangene Woche entschieden gegen das Vorhaben gestellt: Eine Entschließung gegen das Treffen wurde mit den Stimmen der rechten Regierungsparteien verabschiedet. Die Entschließung ist rechtlich zwar nicht verbindlich, hat aber einen hohen politischen Symbolwert. Die Opposition blieb der Sitzung aus Protest geschlossen fern, nach eigenen Angaben, um sich nicht an einer Initiative der extremen Rechten zu beteiligen. Auch die Ministerbank blieb auffallend leer.