Gerade erst hat die Münchner Justiz zwei Gefängnismitarbeiter von dem Vorwurf freigesprochen, eine Gefangene misshandelt zu haben - nun steht wieder ein Justizvollzugsbeamter der JVA München-Stadelheim wegen Gewaltvorwürfen vor Gericht.
Trat er einem Häftling gegen den Kopf?
Vor dem Amtsgericht München beginnt an diesem Donnerstag (9.10 Uhr) der Prozess gegen einen Beamten, der einem Gefangenen gegen den Kopf getreten und ihn mit der Faust geschlagen haben soll.
Laut Staatsanwaltschaft hatte der Häftling in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim ein Päckchen mit einer weißen Substanz in seinem Mund verschwinden lassen und weigerte sich, es auszuspucken. Der Insasse wurde laut Ermittlern daraufhin auch in einen sogenannten besonders gesicherten Haftraum (bgH) gebracht.
Erst Ende März hatte das Amtsgericht München zwei Justizvollzugsbeamte von dem Vorwurf freigesprochen, eine Gefangene im Frauengefängnis der JVA München misshandelt zu haben. Vieles an dem Fall sei «im Unklaren geblieben», sagte der Richter damals. «Es gilt schlicht die Unschuldsvermutung.»