Der Mordprozess um den tödlichen Auto-Anschlag auf eine Demonstration in München geht zu Ende: An diesem Donnerstag will das örtliche Landgericht sein Urteil sprechen. Die Bundesanwaltschaft geht von einem religiös motivierten politischen Anschlag aus und fordert eine lebenslange Haftstrafe samt Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Dies würde eine Freilassung auf Bewährung nach 15 Jahren Gefängnis erheblich erschweren. Die Verteidigung hingegen plädierte auf eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren und forderte die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.
Von allen Prozessbeteiligten ist unbestritten, dass der 25-Jährige im Februar 2025 von hinten in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi gefahren war und dabei eine Mutter und ihre zweijährige Tochter getötet hatte. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Afghanen darüber hinaus versuchten Mord in 22 Fällen sowie zumeist gefährliche Körperverletzung in weiteren 22 Fällen vor. Knapp zwei Dutzend «gewöhnliche» Körperverletzungen wurden dabei sogar schon von der Strafverfolgung ausgenommen.