Im Prozess um sexuellen Missbrauch von Kindern gegen einen 56 Jahre alten Mann aus dem Alb-Donau-Kreis ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden. Der Vorsitzende Richter Michael Lang machte deutlich, dass Anklage, Schlussvorträge und letztes Wort des Angeklagten nicht öffentlich verhandelt werden. Den Antrag auf Ausschluss hatte die Verteidigung des Angeklagten gestellt.
Der Mann soll laut einer früheren Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe den Missbrauch von Kindern auf den Philippinen in Auftrag gegeben und dafür bezahlt haben, sich die schweren Missbrauchshandlungen per Livestream ansehen zu können. Dem Tatverdächtigen wird unter anderem sexueller Missbrauch von Kindern, Anstiftung zum schweren sexuellen Missbrauch in kinderpornographischer Absicht sowie der Besitz und die Herstellung kinderpornographischer Schriften vorgeworfen.
Nach Hinweisen ausländischer Strafverfolgungsbehörden wurde der Tatverdächtige als mutmaßlicher Kunde einer Plattform identifiziert. Auf dieser wurden sexuelle Missbrauchshandlungen von auf den Philippinen lebenden Kindern im Livestream oder als Aufzeichnung nach vorheriger Bestellung angeboten.