Die Deutsche Telekom will im großen Stil in den Aufbau und Betrieb von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) einsteigen. Konzernchef Timotheus Höttges kündigte bereits im vergangenen November den Start eines Gemeinschaftsprojekts mit dem US-Chipkonzern Nvidia in München an. Drei Monate später war es so weit. Gemeinsam mit Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat der Telekom-Chef nun das neue KI-Rechenzentrum eröffnet.
Warum vergingen nach der Ankündigung nur drei Monate bis zum Start?
Die Telekom baut nicht auf der grünen Wiese, sondern zieht in ein komplett renoviertes, vorhandenes Rechenzentrum in München ein, das früher von der Hypovereinsbank betrieben wurde. Von außen ist wenig zu sehen, da sich das Rechenzentrum über sechs unterirdische Stockwerke hin erstreckt. Das Gebäude gehört zum Büroquartier Tucherpark, das in den 60er Jahren direkt am Rande des Englischen Gartens errichtet wurde.
KI-Chips entwickeln eine enorme Hitze. Was passiert mit der Wärme?
Es stimmt: KI-Chips, insbesondere die Blackwell-GPUs von Nvidia, werden extrem heiß. Die Telekom wird zur Kühlung das kalte Wasser des direkt angrenzenden Eisbachs verwenden. Die im Rechenzentrum entstehende Abwärme soll nicht nur einfach in das Bachwasser geleitet werden: Die Abwärme des Rechenzentrums wird nach Angaben der Telekom in Zukunft das gesamte Quartier Tucherpark mit Wärme versorgen. Die KI-Fabrik werde vollständig aus erneuerbaren Energien betrieben. «Sie ist auf höchste Energieeffizienz ausgelegt», erklärte das Unternehmen.