Deutsche und Tschechen haben gemeinsam der Opfer der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg gedacht. Rund 1.300 Menschen nahmen nach Angaben der Veranstalter an einem Versöhnungsmarsch teil, der am Ort eines Massengrabs in Pohorelice, rund 25 Kilometer südlich von Brünn (Brno) begann. «Die Gräber, an denen wir heute symbolisch stehen, sind Zeugen tiefen Leids», sagte der aus Deutschland angereiste Bundesinnenminister Alexander Dobrindt.
Der CSU-Politiker lobte die Initiatoren der Veranstaltung vom Dialogfestival «Meeting Brno»: «Ihr seid wahre Brückenbauer», betonte der 55-Jährige. Versöhnung brauche Mut und die Bereitschaft, zuzuhören. Es gehe nicht darum, Schuld gegeneinander aufzurechnen. «Die europäische Freundschaft ist das Bollwerk gegen jeden neuen Nationalismus», betonte Dobrindt.
Überschattet wurde die Veranstaltung von vereinzelten Gegenprotesten. Die Polizei war unter anderem mit einem Anti-Konflikt-Team vor Ort. Ein Gedenkstein am Massengrab wurde von unbekannten Tätern mit Hakenkreuz-Schmierereien verschandelt.