Nahezu überall ist Rost und Schlamm, das demolierte Dach liegt auf den Sitzen, die breiten Reifen sind platt: Der Opel Manta, der mutmaßlich mehr als 50 Jahre in der Donau lag, ist in einem erbärmlichen Zustand. Und das wird wohl auch so bleiben, wie Geschäftsführer Peter Wirsching erzählt, der den legendären Kultwagen derzeit auf dem Gelände der Oldtimerfabrik in Neu-Ulm ausstellt. «Was der Regen wegwäscht, darf weg, aber der Rest ist wirklich morbides Kunstwerk im weitesten Sinne.» Probesitzen sei nicht mehr möglich, anschauen schon.
Manta heute noch Kult
Das sportlich geschnittene Coupé hatte in den 70er und 80er Jahren eine große Fangemeinde. Vor allem der Manta B wurde zum bevorzugten Objekt von Tunern und Bastlern, die den oft tiefergelegten Wagen unter anderem mit einem Fuchsschwanz schmückten.
Manta-Fahrer wurden mit einer bestimmten, oft klischeehaft dargestellten Jugend- und Arbeiterkultur verbunden – inklusive Blondine auf dem Beifahrersitz. Zeitschriften, Witze und später der Film «Manta, Manta» machten aus dem Auto eine Figur der Popkultur. Gut erhaltene Exemplare sind begehrte Oldtimer.
Besitzer unbekannt
Wem das Wrack aus der Donau gehört, ist bisher nicht geklärt. Nach Polizeiangaben sagte eine Zeugin, der Wagen sei ihrem damaligen Ehemann 1972 gestohlen worden. Unklar bleibt, wie das Fahrzeug in den Fluss kam. Der Ex-Mann der Frau zog in den 70er Jahren zurück in die USA, er konnte zunächst nicht gefunden werden.
Ohnehin könnte der Besitzer mit dem Manta nicht mehr fahren: «Der ist hinüber», erklärt Wirsching. Seinen Worten nach besteht der Finder des Wagens nicht darauf, den Manta behalten zu dürfen. «Er hat gesagt, er würde ihn gerne der Oldtimerfabrik überlassen.»
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