Das von der Staatsregierung initiierte Modernisierungsgesetz zur Entbürokratisierung von Bauprojekten beschneidet nach Ansicht der Grünen im Landtag die Planungshoheit der bayerischen Kommunen. So führt das neue Gesetz nach Angaben von Fraktionsvize Johannes Becher unter anderem dazu, dass Kommunen nicht mehr über eigene Satzungen entscheiden können, wo aus klimatischen Gründen Bäume gepflanzt oder Dächer begrünt werden sollen. Auch entstünde neue Bürokratie, da etwa bei Neubauten Spielplätze nicht mehr vorgeschrieben seien, sondern gezielt geplant werden müssten.
Bürokratieabbau ist erklärtes Ziel der Koalition von CSU und Freien Wählern
Das sogenannte Modernisierungsgesetz greift ein zentrales Ziel der Koalition von CSU und Freien Wählern auf. Es soll Vorschriften und damit Bürokratie abbauen und so helfen, Bayern zu einem «schlanken und digitalen Staat» zu entwickeln. «Das Erste Modernisierungsgesetz Bayern sorgt für einen Abbau von verzichtbaren materiellen Standards und führt zu einer weitergehenden Verschlankung von Verfahren, insbesondere von Genehmigungs- und Anzeigeverfahren», heißt es im Gesetzesentwurf. Dieser befindet sich derzeit aber noch in einer frühen Phase der parlamentarischen Beratung.
Aus Sicht der Grünen ist die im Gesetz vorgesehene Abschaffung von der Pflicht, bei einem Bauvorhaben auch Autostellplätze nachzuweisen, zum Nachteil vieler Menschen. Dadurch verlagere sich insbesondere in Großstädten der Konkurrenzdruck auf Parkplätze im öffentlichen Raum - viele Kommunen müssten in der Folge eine eigene Satzung erlassen, auch dies schaffe unnötige neue Bürokratie.