Jonas kann heute genau sagen, wieso er damals immer mehr in die digitale Welt abgeglitten ist. Das sei während der Corona-Pandemie gewesen, erzählt der 17-Jährige. «Die Leute hatten einfach Leerlauf - ich auch. Dann habe ich angefangen zu spielen.»
Computerspiele wurden damals zu seinem Lebensinhalt, jeden Tag verbrachte er bis spät abends viele Stunden vor dem Bildschirm. Ein anderes Hobby hatte er nicht, soziale Kontakte außerhalb der Online-Welt ebenfalls nicht. «Ich hatte keine Freunde. Meine Freizeit hat am Computer stattgefunden.»
Heute spricht Jonas offen über seine exzessive Mediennutzung, doch die Erkenntnis kam nicht von allein. Diese brachte erst eine Therapie am Klinikum Nürnberg vor etwa eineinhalb Jahren. Seit April 2023 bietet dieses eine eigene Sprechstunde für junge Mediensüchtige an, denn wie Jonas geht es vielen jungen Leuten seit Corona.