Rund 970 Mal haben Anrufer aus Bayern im vergangenen Jahr das «Hilfetelefon Gewalt an Männern» angerufen. «Ob psychische Gewalt, Misshandlung, Mobbing oder Übergriffe in der Partnerschaft, die Fachkräfte hören zu – anonym, kostenlos und sicher», betonte das Sozialministerium in München anlässlich des sechsjährigen Bestehens des Angebots. Denn: «Auch Männer erleben Gewalt – in der Kindheit, auf der Straße, in Institutionen oder in der Partnerschaft.»
So sind den Angaben zufolge etwa 30 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt männlich. Allerdings bleibt ihr Leid häufig im Verborgenen. «Oft stecken Männer die Demütigungen, Drohungen oder Schläge jahre- und sogar jahrzehntelang ein. Denn darüber spricht man(n) nicht», schilderte Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU). Oft aus Scham: Der Mythos vom «starken Mann» halte sich hartnäckig. «Ich würde mir sehr wünschen, dass noch mehr Männer diese Spirale des Schweigens durchbrechen, denn ein gewaltfreies Leben ist möglich», betonte Scharf.