Nach der Kritik am Ludwig-Erhard-Gipfel (LEG) der Weimer Media Group verzichtet Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in diesem Jahr auf seine Teilnahme und seine Schirmherrschaft. «Man muss ökonomische und politische Dinge klar trennen und da möchte ich auch kein Geschmäckle entstehen lassen an der Stelle», sagte der CSU-Chef am Rande der Klausur der CSU-Landtagsfraktion in Kloster Banz. Söder hatte 2022 erstmals die Schirmherrschaft übernommen. Auch der bisher im Zuge der Veranstaltung gegebene Staatsempfang soll zunächst ausbleiben.
Söder hatte bereits zuvor nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in Bamberg seine persönliche Entscheidung mitgeteilt, in diesem Jahr Abstand vom LEG zu suchen. Er betonte dabei, dass strafrechtlich nichts bei der Veranstaltung zu beanstanden sei, es gebe aber eine erkennbare «Grauzone» und er selbst sei in solchen Fällen «immer für relative Klarheit». Anderen Mitgliedern des Kabinetts sei die Teilnahme weiter möglich. «Wir haben da keine Zensur.»
Von den früheren Gästen teilten aus der bayerischen Staatsregierung aber Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) und Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) umgehend mit, nicht teilnehmen zu wollen. Die Grünen kritisierten das Vorgehen Söders als unzureichendes «aus der Affäre ziehen». Nur weil der Ministerpräsident dieses Mal nicht persönlich erscheint, sei das Thema noch lange nicht erledigt. «Die eigentlichen Fragen zur Verwendung von Steuergeldern bleiben unbeantwortet», hieß es.