Mit breiter Brust melden die bayerischen Regierungsparteien CSU und Freie Wähler nach erfolgreich bestandener Europawahl auch Ansprüche auf Bundesebene an. CSU-Chef Markus Söder forderte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Montag zum Rücktritt auf. Scholz müsse nun zu Neuwahlen aufrufen. Freie-Wähler-Parteichef Hubert Aiwanger, mit seiner Partei bei der Europawahl bundesweit bei 2,7 Prozent gelandet, hält eine Regierungsbeteiligung auf Bundesebene nach der nächsten Wahl für möglich.
Die Ampel-Regierung habe keine Legitimation mehr in der Bevölkerung, sagte Söder am Montag nach einer Sitzung seines Parteivorstandes in München. Die Ergebnisse der Europawahl am Sonntag hätten gezeigt, dass die Ampel-Regierung «einen totalen Absturz» und einen völligen Vertrauensverlust erlitten hat. Söders CSU hat in Bayern 39,7 Prozent der Stimmen erreicht und schnitt damit als klar stärkste Kraft im Freistaat ab. AfD und Freie Wähler konnten in Bayern leicht zulegen, vor allem in den ländlichen Regionen Ostbayerns waren beide stark. Für die Ampelparteien verlief die Europawahl auch im Freistaat desaströs.