Kann der Abbau von Bürokratie im Jahr 2025 in Bayern tatsächlich die Zukunft der Millionen Jahre alten Alpen gefährden? Über diese Frage ist im Freistaat in den vergangenen Wochen und Monaten ein heftiger Streit entbrannt. Doch trotz lauter Kritik eines breiten Bündnisses aus Parteien, Verbänden und Organisationen - an diesem Mittwoch haben CSU und Freie Wähler im Landtag ihre umstrittene Gesetzesreform durchgedrückt. Hier den Überblick zu behalten, fällt schwer. Der Versuch einer Annäherung.
Bündnis befürchtet Angriff auf Umweltstandards
Für die Kritiker steht fest: Die Staatsregierung startet mit dem Gesetz unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus einen massiven Angriff auf wichtige Umweltstandards, insbesondere in der auch für den Tourismus so wichtigen Bergwelt Bayerns. «Arten und Lebensräume in den Alpen sind durch den Klimawandel ohnehin schon sehr stark unter Druck», warnt Steffen Reich vom Deutschen Alpenverein. Die Grenzwerte zu erhöhen und in der Folge weniger Umweltverträglichkeitsprüfungen zu machen, sei das völlig falsche Signal.
Das wollen die Befürworter nicht gelten lassen: «Skifahren, Skifahren, Skifahren. Also ich bin vor 40 Jahren zum letzten Mal auf Skiern gestanden. Mich interessiert Skifahren nicht. Mir geht es um Entbürokratisierung», sagte Staatsminister Florian Herrmann (CSU) im Landtag. Inhaltlich ging er kaum auf die Argumente der Kritiker ein, dafür warf er den Grünen einmal mehr vor, nicht gegen Bürokratie zu sein, sondern sie zu lieben. Florian von Brunn (SPD) warf der Regierung im Gegenzug vor, die Kritik in einer Art und Weise vom Tisch zu wischen, die man rechtspopulistisch nennen könne.