Mehr als einen Monat nach der Wahlniederlage von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) beschäftigt der mutmaßliche Grund für diese Niederlage heute noch einmal den Stadtrat. Auf der Tagesordnung der letzten Vollversammlung in dieser Wahlperiode steht - in nicht-öffentlicher Sitzung - die Affäre um Reiters Posten beim FC Bayern München.
Dass er in den Aufsichtsrat des milliardenschweren Vereins aufgerückt war, hatte vor der Kommunalwahl für heftige Kritik gesorgt - denn Reiter hatte sich diese Tätigkeit nicht vom Stadtrat genehmigen lassen. Als er dann auch noch einräumen musste, bereits seit Jahren Geld von den Bayern zu bekommen, kam er um eine öffentliche Entschuldigung nicht mehr drumherum. Die Regierung von Oberbayern gab bekannt, ein Disziplinarverfahren gegen Reiter zu prüfen.
Der 67-Jährige trat von den Bayern-Posten zurück, spendete die 90.000 Euro, die er bis dato vom Verein bekommen hatte - und verlor die Wahl zum Oberbürgermeister doch krachend gegen seinen Herausforderer Dominik Krause von den Grünen, der am 1. Mai nun offiziell Reiters Nachfolge antritt. Vor der Affäre hatte kaum jemand daran gezweifelt, dass der 67-Jährige die Wahl und eine dritte Amtszeit gewinnt.