Im Ringen um umfassende Sozialreformen fordert ein CSU-Vorstandsmitglied Kompromissbereitschaft von allen Seiten - und rückt dabei von der Ausweitung der Mütterrente als zentralem CSU-Projekt ab. Bei den anstehenden Reformen gehöre die Bereitschaft dazu, «vielleicht für uns heilige Kühe wie die Mütterrente zu opfern, um das große Ganze tatsächlich zu erreichen», sagte der CSU-Schatzmeister und Günzburger Landrat Hans Reichhart dem Bayerischen Rundfunk.
«Denn wir brauchen leistungsfähige Sozialsysteme, wir brauchen einfach jetzt Reformen, und dann muss jeder seinen Beitrag leisten.» Es müssten sich alle Seiten und alle Parteien bewegen, forderte er. Reichhart gehört dem CSU-Vorstand und dem CSU-Präsidium an.
Die CSU mit Parteichef Markus Söder an der Spitze hatte die Ausweitung der Mütterrente in den Koalitionsverhandlungen durchgesetzt. Unter der Mütterrente versteht man die Anrechnung von Kindererziehungszeiten bei der Rentenberechnung. Laut Deutscher Rentenversicherung kostet die Leistung die Rentenkasse derzeit pro Jahr rund 13,5 Milliarden Euro. Mit der von der CSU forcierten Ausweitung 2027 kommen nochmals weitere Milliardenkosten hinzu. Damit sollen Müttern auch für vor 1992 geborene Kinder drei statt wie bisher maximal zweieinhalb Erziehungsjahre bei der Rente angerechnet werden.