Zum Abschied wird Dieter Reiter (SPD) noch mal eine besondere Ehre zuteil: Er darf sich ab Mai Altoberbürgermeister der Stadt München nennen. Die Vollversammlung des Stadtrats hat ihm die Würdigung zuerkannt, mit der keine Privilegien verbunden sind. Die Stadträte sprachen sich einstimmig dafür aus, obwohl das Ende von Reiters 12-jähriger Amtszeit von heftiger Kritik begleitet war. Der Grund für die Kontroverse: die Nebentätigkeit des 67-Jährigen für den FC Bayern, für die er beim Stadtrat keine Genehmigung eingeholt hatte.
Die Debatte um diese Ämter dominiert seit Wochen das politische Geschehen in München und beschäftigt die Regierung von Oberbayern, die die Einleitung eines Disziplinarverfahrens prüft. Die Posten im Verwaltungsbeirat und im Aufsichtsrat hat Reiter mittlerweile zurückgegeben und auch die damit verbundenen Einnahmen in Höhe von 90.000 Euro an soziale Projekte gespendet.
Die Kommunalwahl konnte der 67-Jährige nicht retten. Bei der Stichwahl am 22. März unterlag er überraschend deutlich seinem Herausforderer Dominik Krause (Grüne), der am Freitag offiziell sein Amt als Oberbürgermeister antritt.