Nach Kritik an seinem neuen Posten beim FC Bayern hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) eine rechtliche Prüfung angekündigt. Er habe die Abteilung beauftragt, «die tatsächlichen und rechtlichen Gegebenheiten zu klären», sagte seine Sprecherin. Dies müsse «wegen gegebenenfalls dienstrechtlichen Sondervorschriften im Benehmen mit der FCB AG erfolgen». Reiter war Anfang Februar Verwaltungsbeiratsvorsitzender beim FC Bayern geworden und damit auch in den Aufsichtsrat eingezogen.
Für Reiter ist der FC Bayern sein «Herzensverein»
«Mit Dieter Reiter an der Spitze wird der Verwaltungsbeirat auch künftig seinen Beitrag zur Weiterentwicklung des Vereins leisten», hatte Stoiber zum Abschied gesagt. Reiter selbst wurde nach eigenen Angaben schon als Fünfjähriger Fan seines «Herzensvereins».
«Wenn der Oberbürgermeister einer Millionenstadt eine Spitzenfunktion bei einem wirtschaftlich mächtigen Akteur vor Ort übernimmt, dann ist das kein privates Hobby», betonte der ÖDP-Vorsitzende Tobias Ruff. «Es geht nicht um Fußball und Fanherz. Es geht um politische Integrität und um die Glaubwürdigkeit unseres Rathauses. Für städtische Mitarbeiter gelten strenge Regeln. Diese müssen doch bitte schön erst recht für den Oberbürgermeister gelten.»
Reiter will an diesem Wochenende erneut zum Münchner Oberbürgermeister gewählt werden. Es wäre die dritte Amtszeit für den 67-Jährigen, den Umfragen deutlich vor seinen Konkurrenten von Grünen und CSU sehen.
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