Knapp sechs Jahre nach dem gescheiterten Versuch der Parteispitze, eine Frauenquote für alle CSU-Gremien einzuführen, wagt die Frauen-Union (FU) einen neuen Vorstoß. «Es muss sich im Hinblick auf die Präsenz von Frauen in den Gremien und Parlamenten noch viel mehr bewegen. Deshalb werden wir als Frauen-Union in der CSU eine Frauenquote auf allen Ebenen fordern», sagte Ulrike Scharf, Sozialministerin und Vorsitzende der Frauen-Union in Bayern, dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».
Scharf: Brauchen Quote dringend auf der kommunalen Ebene
Aus der Sicht von Scharf genügt das aber nicht: «Wir brauchen die Quote dringend auch auf der kommunalen Ebene, denn da wird die Politik für die Menschen vor Ort am allermeisten spürbar», betonte sie. Die FU könnte auf ihrer Landesversammlung Ende September in Bad Windsheim eine entsprechende Initiative anstoßen, ein Beschluss müsste dann auf einem der kommenden CSU-Parteitage fallen. Bereits 2021 hatte Scharf eine entsprechende Initiative der FU angekündigt.
Eine konkrete Prozentzahl für die Quote wollte Scharf zunächst aber nicht nennen, es gehe nun darum, in der CSU eine pragmatische und praktikable Quote festzulegen, hieß es. Derzeit gibt es in Bayern nur zehn Prozent Bürgermeisterinnen, bei Landräten ist der Frauenanteil ähnlich gering. Scharf erklärte dies auch mit den wachsenden Anfeindungen gegenüber Mandatsträgern. «Mit Hass und Hetze, zum Beispiel im Internet, sind Frauen leider noch viel intensiver konfrontiert als die männlichen Kollegen. Das hält viele Frauen ab.» Ein weiterer Faktor, besonders in der Fläche, seien Lücken bei der Kinderbetreuung und die häusliche Care-Arbeit, die Frauen leisteten.