Nach etwa einem Vierteljahrhundert Vorbereitungen könnten die Märchenschlösser von Ludwig II. am Ende der Woche das exklusive Welterbe-Prädikat der Unesco erhalten. Am Sonntag war das Welterbekomitee zu der Jahrestagung in Paris zusammengekommen, am bevorstehenden Wochenende steht Deutschlands Bewerbung mit Neuschwanstein und drei weiteren bayerischen Königsschlössern zur Abstimmung. Nach den aktuellen Planungen will das Gremium am Samstag (12. Juli) über die bayerischen Königsschlösser beraten.
Bei einem Besuch des weltbekannten Schlosses in Schwangau zeigte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) optimistisch: «Jetzt wird es endlich Zeit», sagte der Landeschef im Innenhof des Gebäudes. Die Schlösser von König Ludwig II. seien prägend für Bayern. Er selbst sei großer Fan des Märchenkönigs. «Ich sehe ihn als einen James Dean von Bayern», sagte Söder.
Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) sagte im Hinblick auf die Entscheidung in Paris: «Träume können wahr werden – das hat König Ludwig II. mit seinen Schlössern eindrucksvoll bewiesen. Jetzt stehen wir kurz davor, einen weiteren Traum zu verwirklichen: Der Welterbestatus für Ludwigs Königsschlösser ist zum Greifen nah.» Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, betonte die Gesamtwirkung der Bauwerke: «Hier verschmelzen Architektur, Kunst und Natur zu einer imposanten Inszenierung.»