In mindestens 29 bayerischen Städten mit mehr als 20.000 Einwohnern gibt es in diesem Jahr zum Jahreswechsel Verbotszonen für Feuerwerk. Das geht aus einer Umfrage des Bundes Naturschutz (BN) unter den größten Städten im Freistaat hervor. Verbote gelten etwa innerhalb des mittleren Rings in München, in den Innenstädten von Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt, in Teilen der Bamberger Altstadt, in der Fußgängerzone von Hof und in vielen Straßen und auf Plätzen in Würzburg.
Rechtslage erlaubt unter Bedingungen punktuelle Verbote
Die geltende Rechtslage erlaube vor allem punktuelle Verbote nach bestimmten Kriterien – etwa in engen Altstädten, rund um Krankenhäuser oder besonders brandempfindlichen Gebäuden. Flächendeckende Verbote sind hingegen kaum rechtssicher durchsetzbar, hieß es weiter.
«Gegen die Belastungen durch Lärm und Müll, für das Gesundheitswesen und die Tierwelt können sich die Kommunen also kaum wehren – auch wenn viele das sicherlich gerne wollen», sagte Geilhufe. Der BN fordere daher eine Länderöffnungsklausel für Bayern, um den Kommunen mehr Spielräume zu ermöglichen. Mittel- bis langfristig fordere der Bund Naturschutz ein komplettes Böllerverbot für ganz Deutschland.
LBV warnt vor Gefahren für Wildtiere durch Feuerwerk
Dies wünscht sich auch der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV). Feuerwerke führten nicht nur zu hohen Feinstaubbelastungen und enormen Abfallmengen, die laute Knallerei und die Lichtreflexionen hätten auch Auswirkungen auf die Natur und ihre Bewohner. «Bei Wildtieren löst der heftige unerwartete Lärm einen Fluchtreflex aus. Sie brauchen dann sehr lange, um wieder zur Ruhe zu kommen. Die nächtliche Unruhe kostet sie wertvolle Energie, die sie gerade in langen, kalten Winternächten zum Überleben brauchen», sagte LBV-Biologin Angelika Nelson.
Aus Rücksicht auf Wild- und Haustiere fordert der LBV eine Beschränkung für private Silvesterfeuerwerke auf Kleinstfeuerwerke wie Knallerbsen, Wunderkerzen, Bodenwirbel und Eisfontänen. Diese hätten nur eine begrenzte Lautstärke und reduzierten so den Stress für die Natur. Silvesterfeuerwerke der Kategorie 2 und höher sollten auf zentral organisierte Veranstaltungen von Städten und Gemeinden beschränkt sein.