Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) fordert einen verstärkten Einsatz von Videokonferenztechnik im Justizbereich, um Polizisten zu entlasten. Hintergrund ist, dass viele Polizisten in Bayern durch die sogenannten Vorführdienste bei der Justiz benötigt werden und dadurch in der Zeit nicht andere Aufgaben übernehmen können. Die Beamten müssen dabei oft Untersuchungshäftlinge oder Strafgefangene vom Gefängnis zu den Gerichten bringen und während der Prozesse bewachen. Durch Videoschalten in die Justizvollzugsanstalten könnte der Aufwand reduziert werden.
Der Gesetzgeber habe die rechtlichen Möglichkeiten für den Einsatz von Videotechnik bei Gerichtsverfahren sowie bei Verfahren der Staatsanwaltschaften bereits deutlich erweitert, sagte Jürgen Köhnlein, der bayerische DPolG-Landesvorsitzende. «Wo es rechtlich zulässig und sachlich vertretbar ist, sollte von diesen Möglichkeiten konsequenter Gebrauch gemacht werden», verlangt er. «Jede entfallene Vorführung spart nicht nur Transport- und Bewachungsaufwand, sondern setzt gleichzeitig Polizeikräfte für ihre eigentlichen Aufgaben frei.»