Manchmal erwischt es Monika Führer auch nach all den Jahren noch. «Man kann nie vorhersehen, welches Kind einem besonders nah geht. Das passiert einfach», erzählt die Leiterin des Kinderpalliativzentrums des LMU Klinikums München. Dort werden Kinder mit schweren lebensverkürzenden Krankheiten und ihre Familien betreut. Deshalb fließen in den hellen Räumen aber nicht dauernd die Tränen. Denn: «Die allermeisten Kinder gehen auch wieder nach Hause, es ist keine Sterbestation», betont Führer.
«Es geht darum, Symptome zu bessern, zu entlasten, Sicherheit zu schaffen, und die Kinder dann in aller Regel im gebesserten Zustand nach Hause zu entlassen», schildert die Professorin, die das Thema pädiatrische Palliativmedizin vor 23 Jahren auf die Agenda gesetzt und dann langen Atem gezeigt hatte. An diesem Montag wird das zehnjährige Bestehen des Kinderpalliativzentrums München gefeiert - eines von gerade einmal vier Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Und ein «Trost im Untröstlichen», wie es Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) formuliert.