Das Performance-Kollektiv Pussy Riot lässt sich von erneuten Strafurteilen in Russland wegen eines regimekritischen Musikvideos nicht beeindrucken. «Dieses Video ist unser Statement gegen den Krieg», sagte die im Exil lebende Aktivistin Diana Burkot der Deutschen Presse-Agentur. Sie stehe zu jedem einzelnen Wort. «Auch wenn ich in Russland wäre, würde ich dasselbe sagen: Fickt euch!» In ihren Aktionen prangert die Gruppe Menschenrechtsverletzungen, Unterdrückung und Polizeigewalt in Russland an und verurteilt insbesondere den Angriffskrieg auf die Ukraine.
Milde für Mörder, Härte gegen politische Opposition
Burkot nannte die Urteile paradox. Vergewaltiger und Mörder bekämen in Russland Haftstrafen von drei bis vier Jahren. Aktivisten dagegen erhielten monströse Haftstrafen für ihre Meinung. Das Urteil diene der Einschüchterung und sei ein Versuch, die freie Rede und die Meinungsfreiheit zu kontrollieren.
Sorgen bereitet ihr, dass sie nun keine offiziellen Dokumente mehr beantragen kann. Ihr russischer Reisepass laufe 2029 aus. Wenn es darum gehe, die Einbürgerung in einem anderen Land zu beantragen, sei nicht viel Zeit.
Provokanter Protest seit 2011
Pussy Riot ist eine lose feministische Vereinigung, die sich 2011 gründete und mit provokanten Performances zu Punkmusik auf Missstände in Russland aufmerksam macht - oft mit Strickmasken über dem Gesicht.
Weltweite Bekanntheit erreichte die Gruppe mit einem «Punk-Gebet» in der zentralen Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale, das die Einheit von Staat und Kirche anprangerte. Drei Frauen des Kollektivs wurden daraufhin zu zwei Jahren Haft verurteilt.
In München waren Pussy Riot im April 2024 in der Pinakothek der Moderne und später in einem Kulturzentrum aufgetreten. Im Museum hatten sie zu rhythmischen Beats Russlands Präsidenten Wladimir Putin als Kriegsverbrecher angeprangert und auf ein Bild des Politikers uriniert.
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