Trotz der stark steigenden Zahl von Straftaten gegen queere Menschen in Bayern sieht die Staatsregierung keinen Grund zur Eile bei der Einführung des seit Jahren geforderten Aktionsplans zur Überwindung von Diskriminierungen. «Die Umsetzung ist - vorbehaltlich der politischen Entscheidungsfindung und der Gewährung entsprechender Mittel im Doppelhaushalt 2026/2027 - ab dem Jahr 2026 vorgesehen», sagte ein Sprecher des Sozialministeriums am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München. Derzeit laufe noch das Beteiligungsverfahren, 2025 werde dann ein Entwurf erarbeitet.
Wie dringend ein Aktionsplan gebraucht wird um für mehr Offenheit für lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche sowie andere queere Menschen zu werben, zeigte die Verdoppelung bei den registrierten Straftaten gegen queere Menschen im Jahr 2023: von 96 im Jahr 2022 auf 190 im vergangenen Jahr. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Landtags-Grünen hervor. Darunter waren unter anderem Beleidigungen und Bedrohungen, aber auch mehrere Fälle von Körperverletzung. Der Bayerische Rundfunk hatte am Mittwoch zuerst über die Zahlen berichtet.