Der ehemalige Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, hat am Samstag den Europäischen Karlspreis der Sudetendeutschen erhalten. Die Auszeichnung wurde zur Eröffnung des 74. Sudetendeutschen Tages, dem traditionellen Pfingsttreffen des Vertriebenenverbandes, in Augsburg verliehen. Der 69-jährige Juncker wurde für seine langjährigen Verdienste um ein geeintes Europa geehrt. Er war aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Augsburg gereist, wurde aber per Video zugeschaltet.
Er sei ein «herausragender Staatsmann, der luxemburgischer Patriot ist und gleichzeitig keinem Nationalstaat gehört, sondern allen Europäern», hatte der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt, bereits im Vorfeld den Preis begründet. Juncker habe maßgeblich an der europäischen Integration mitgewirkt, sei einer der Väter des Binnenmarktes sowie des Euro und habe die EU-Osterweiterung vorangetrieben. Juncker war ab 1995 nahezu zwei Jahrzehnte luxemburgischer Ministerpräsident, die EU-Kommission führte er von 2014 bis 2019 als Präsident.