Trotz der Fülle von Absagen hochkarätiger Politiker sieht die Organisatorin Christiane Goetz-Weimer den Ludwig-Erhard-Gipfel nicht in seiner Existenz gefährdet. «Gerade in Zeiten, in denen unterschiedlichste Meldungen und Gerüchte kursieren, ist es gut, auf gewachsene und vertrauensvolle Partnerschaften bauen zu können. Unsere langjährigen Partner können vieles gut einordnen», sagte die Verlegerin der Weimer Media Group und Frau von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer der Deutschen Presse-Agentur in München. DNA und Historie des Gipfels seien so stark und glaubwürdig, dass sie aktuelle Herausforderungen überstrahlten.
Gipfel 2026 soll weniger politisch werden
Eine Schwächung des Gipfels sei durch die bisherigen Absagen auch deshalb nicht gegeben, da er in diesem Jahr «ohnedies weniger politisch» sei und sich auf die großen und drängenden Wirtschaftsthemen konzentriere. Ob dies auch der ursprünglichen Planung entsprach, ließ die Verlegerin aber offen.
Merz war Stammgast am Tegernsee-Gipfel
In diesem Jahr findet der Gipfel zum zwölften Mal statt - zu den früheren Stammgästen zählte auch der amtierende Kanzler Friedrich Merz (CDU). Noch vor einem Jahr hoffte man am Tegernsee, spätestens in diesem Jahr mit Merz erstmals den deutschen Regierungschef unter den Rednern begrüßen zu dürfen. Dass die Veranstaltung nun wegen der kritischen Berichterstattung bundesweit so viel Aufmerksamkeit erfuhr, hängt mittelbar auch mit Merz zusammen, da dieser den früheren Verleger und Mitveranstalter Wolfram Weimer in seine Regierung holte.
Goetz-Weimer beklagt inakzeptable Diffamierungen von AfD
«Seit mein Mann in das Bundeskabinett berufen wurde, gibt es scharf politisierte Blicke auf das Gipfeltreffen. Wenn Unternehmer in die Politik wechseln, gelten sie immer als Quereinsteiger, die kritisch beobachtet werden», betonte Goetz-Weimer. Dass dann Fragen gestellt würden, empfinde sie als normal. «Nicht zu akzeptieren ist aber, dass – insbesondere vonseiten der AfD – hier gezielt diffamiert wird. Da ist – politischer Wettbewerb hin oder her – jeder Anstand verloren gegangen.»
«Grundsätzlich ist unser Gipfel seit jeher überparteilich und von einer liberalen, weltoffenen Grundhaltung geprägt, Spitzenvertreter aller Parteien der politischen Mitte gehören seit dem ersten Ludwig-Erhard-Gipfel zu den regelmäßigen Gästen», sagte Goetz-Weimer. «Politiker von Links- wie Rechtsaußen, die Linke und die AfD, erhalten dort hingegen keine Bühne. Auch 2026 nicht. Die AfD versucht seit Jahren, endlich am Gipfel teilnehmen zu dürfen.» Die Attacken aus dem Umfeld dieser Partei empfinde sie als politische Kampagne, die sich vor allem gegen ihren Mann richte.