Bayern hat den Bund aufgefordert, seine Zusagen für die Finanzierung des Deutschlandtickets einzuhalten - und droht ansonsten mit einer Verteuerung in diesem Jahr oder im Extremfall mit einem kompletten Auslaufen.
Die Verkehrsminister hätten zwar beschlossen, den Preis für dieses Jahr bei 49 Euro im Monat zu belassen, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter am Montag. «Das ist aber auf der Grundlage der Zusage von Bundeskanzler Scholz geschehen, dass Restmittel aus dem Vorjahr auf dieses Jahr übertragen werden können.» Es gehe um 350 Millionen Euro, die die Länder und die Verkehrsbetriebe dringend bräuchten.
Seit November sei hier «rein gar nichts passiert». Das Bundesverkehrsministerium habe noch nicht einmal mit dem Gesetzgebungsverfahren angefangen. «Ich frage mich, was das Wort des Kanzlers wert ist», sagte der CSU-Politiker Bernreiter, der Sprecher der unionsgeführten Länder in der Verkehrsministerkonferenz ist. «Kommt die Übertragung der Mittel nicht, muss das Deutschlandticket noch dieses Jahr teurer werden, oder es wird sogar ganz auslaufen.» Beides wolle er nicht, denn dies wäre ein großer Vertrauensverlust, sagte Bernreiter, der sich in dieser Woche mit seinen Amtskollegen in Münster trifft.