Der Schnee ist weg - doch die Frage, ob eine großangelegte Schneeballschlacht eine Ordnungswidrigkeit sein kann, beschäftigt die Gemüter in München weiter. Die Polizei hat den Initiator, der in der vergangenen Woche zur entsprechenden Wintergaudi mit mehreren Hundert Menschen an der Alten Pinakothek aufgerufen hatte, nun angezeigt. Es bestehe der Verdacht einer nicht angemeldeten Veranstaltung, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Die weitere Bearbeitung der Ordnungswidrigkeitenanzeige liege nun beim Kreisverwaltungsreferat (KVR), sagte der Polizeisprecher. Beim KVR hieß es dazu, eine entsprechende Akte sei bisher nicht eingegangen.
Kanonen auf Schneebälle
Die Aktion schlägt weiter Wellen. «Schießt das KVR mit Kanonen auf Spatzen – oder besser auf Schneebälle?», fragte die Rathaus-ÖDP. Die Fraktion habe eine Anfrage gestellt, wie intensiv soziale Medien nach solchen Aufrufen beobachtet werden - und ob dem Organisator nun tatsächlich ein Bußgeld droht. «Unbestritten ist, dass die Stadt größere Menschenansammlungen im Blick behalten muss. Sicherheit geht vor. Aber wenn eine spontane, wetterabhängige Aktion, derart viel Aufmerksamkeit bindet, darf man zumindest nach den Prioritäten fragen», hieß es bei der ÖDP.
Auch seitens der Pinakotheken, auf derer Grund die Aktion stattfand, nahm man die Schneeballschlacht locker. Die Leute hätten Spaß gehabt und es sei alles glimpflich abgelaufen, hatte Sprecherin Tine Nehler am Freitag kommentiert. Man habe lediglich aufgepasst, dass die Besucherinnen und Besucher beim Verlassen der Pinakothek nicht unvermittelt von Schneebällen getroffen wurden. «Ansonsten fanden wir es lustig», sagte sie. Immerhin gebe es neben der vielleicht größten Schneeballschlacht Deutschlands draußen im Innern der Alten Pinakothek die größte Rubens-Sammlung Deutschlands.
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