Er fraß Schafe, plünderte Bienenstöcke und sorgte wochenlang für Schlagzeilen: Der Braunbär Bruno wurde im Sommer 2006 zum Symbol für die Debatte um Naturschutz und die schwierige Rückkehr wilder Tiere. Heute steht der Bär mit wissenschaftlichem Namen JJ1 - Erstgeborener von Jose und Jurka - ausgestopft im Münchner Museum Mensch und Natur.
Nach wochenlangen Fangversuchen wurde er zum Abschuss freigegeben und am 26. Juni 2006 im Rotwandgebiet getötet. Der Schritt löste heftige Proteste aus. Der Schütze blieb geheim - es gab massive Drohungen.
Eine Familie aus Oberbayern schaltete im «Münchner Merkur» eine Todesanzeige, unterzeichnet mit: «in Wut und Trauer». «Unser Bruno ist tot», stand in der Anzeige. Mit Blick auf den damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber und seinen Umweltminister Werner Schnappauf hieß es: «Nach seiner wunderbaren Wanderung vom Trentino nach Tirol und Bayern hat Braunbär Bruno Herrn Stoiber zum Stottern, Schnappauf zum Problem-Minister und alle Tierschützer zur Verzweiflung gebracht.» Bruno sei am
Spitzingsee «hinterrücks» erschossen worden. «Mit ihm ist der Glaube daran
gestorben, dass unsere Politiker ein Herz für Tiere haben. Bruno - an
der Wahlurne rächen wir dich.»