Hohe Strompreise, schleppender Netzausbau, zu wenig erneuerbare Energie, nur mäßige Versorgungssicherheit und zu viele klimaschädliche Emissionen: Die am Donnerstag in München vorgestellte Studie zur Umsetzung der Energiewende der Prognos AG zeichnet ein ernüchterndes Bild für Bayern wie für ganz Deutschland. Die Studie wird seit 2012 im Auftrag der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) erstellt.
Entwicklung der Treibhausgasemissionen
Das Ziel der Staatsregierung, Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen, ist der Untersuchung zufolge nach wie vor in unerreichbarer Ferne. Aktuell werden mehr als doppelt so viele klimaschädliche Emissionen in die Atmosphäre abgegeben, als es der Abbaupfad vorsieht. Auf ganz Deutschland gerechnet ist die Diskrepanz zwischen Wirklichkeit und Wunsch etwas besser, aber auch hier sind die Emissionen rund 25 Prozent über dem Zielpfad.
Bezahlbarkeit
Hier stehen die Ampeln für Deutschland wie für Bayern allesamt auf Rot: Im Detail ist die Entwicklung sogar noch schlechter als in früheren Jahren - denn verglichen mit 2021 kletterten die Energiepreise im Untersuchungsjahr 2022 noch weiter nach oben. «Unsere Monitoring-Ampel steht hier auf Rot, tatsächlich müsste sie dunkelrot leuchten», sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt am Donnerstag in München. Ursachen für die immensen Kosten bei Privathaushalten wie Industrie seien die Effekte infolge der Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Auch wenn die Gaspreise inzwischen wieder gesunken seien, gebe es weiterhin Effekte für die Verbraucher.