Der TSV 1860 München hat sich ein Stück seiner Identität zurückgeholt. Der nach einem Zwangsabstieg in die Fußball-Regionalliga abgestürzte Traditionsverein hat seinen ikonischen «Löwen» wieder. Im Rahmen des nun eröffneten Insolvenzverfahrens sicherte sich der Mutterverein die Markenrechte der insolventen KGaA, darunter den geschützten Namen «TSV 1860 München» und das traditionelle Wappen mit dem im Achteck eingerahmten Löwen und dem Schriftzug «1860». «Wir freuen uns, dass es nach langen und umfangreichen Verhandlungen gelungen ist, eine Einigung zu erzielen. Damit gelangen die Markenrechte und die Mannschaft unter das Dach des Vereins und seiner Spielbetriebs-GmbH. Der Löwe ist zurückgekehrt - das ist ein starkes Signal für unsere Fans, unsere Partner und den gesamten Verein», erklärten der Präsident des eingetragenen Vereins, Gernot Mang, und der Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH, Thomas Probst. Der Mutterverein wird die Marken der Spielbetriebs-GmbH zur Verwertung zur Verfügung stellen. «Bis zur vollständigen Klärung aller Rechtsverhältnisse kann die kommerzielle Nutzung der Marken noch eingeschränkt sein», teilte der Verein weiter mit. Der Münchner Viertligist hatte zuletzt wegen eines Markenstreits mit dem langjährigen Investor Hasan Ismaik auf das schwarz-weiße Emblem mit dem Löwen verzichtet. Stattdessen wich der Traditionsverein auf ein altes, ovales Logo aus, in dem unter anderem die Zahl «1860» sowie die Buchstaben «FA» (Fußball-Abteilung) zu sehen sind. Hintergrund der Entscheidung waren offene Rechtsfragen rund um die 1860 GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien. Diese KGaA wurde zusammen vom Stammverein und von Ismaik als Spielbetriebsgesellschaft geführt, musste aber wegen einer ausgebliebenen Finanzierungszusage des Investors Insolvenz anmelden. Unmittelbar nach Verfahrenseröffnung um 7.30 Uhr am Dienstag «wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung» hatte der vorläufige Gläubigerausschuss einem Angebot des Turn und Sportverein München von 1860 e.V. und der neuen TSV München von 1860 Spielbetriebs-GmbH zugestimmt. Dieses sieht den Kauf von Vermögenswerten der insolventen Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) vor, darunter deren Markenrechten. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Mit dem Erwerb sollen auch einzelne Beschäftigte der KGaA übernommen werden. Darunter auch der noch an die KGaA gebundene Kader von Spielern aus der U19, U21 und dem ehemaligen Profibereich. «Wir freuen uns nach langen und umfangreichen Verhandlungen eine Einigung erzielt zu haben. Vor dem Hintergrund der bekannten, sehr herausfordernden Ausgangslage im Verfahren ist dies für alle Beteiligten ein bedeutender Erfolg», sagte Insolvenzverwalter Max Liebig. Alle Gläubiger sollen in Kürze angeschrieben und zur Anmeldung ihrer Forderungen aufgefordert werden. Unter den Gläubigern sind auch die rund 5.500 Käufer von Dauerkarten für diese Saison in der 3. Fußball-Liga, in der die «Löwen» aber nicht antreten konnten. Beim Thema Trainingsgelände sind noch offene Punkte zu klären. Der Mutterverein will weiter alleiniger Erbpachtnehmer werden und bestimmte Flächen der Spielbetriebs-GmbH zur Verfügung stellen. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenDer Streit um die Marke
«Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung»
Offene Punkte beim Trainingsgelände