Die aktuelle Krise des FC Bayern München ist auch für Ex-Nationalspieler Thomas Helmer befremdlich. «Ich habe sie selten so erlebt, wie sie gerade auftreten. Sie treten nicht als Mannschaft auf, das finde ich so erschreckend», sagte der Europameister von 1996 und langjährige Bayern-Spieler bei der «ran Bundesliga Webshow»: «Jeder Spieler ist mit sich selbst beschäftigt, das Spiel am Wochenende war ein Offenbarungseid.»
Der Rekordmeister hatte am vergangenen Samstag bei Bundesliga-Neuling 1. FC Heidenheim nach einer 2:0-Führung völlig überraschend noch 2:3 verloren. «Nach dem 2:0 dachte man, es ist eine normale Reaktion der Bayern nach einer Niederlage gegen den BVB. Aber die zweite Halbzeit war nicht mehr zu erklären, dafür gibt es keine Entschuldigung», meinte Helmer.
Die anschließenden Reaktionen des neuen Sportvorstands Max Eberl, der vor allem die Spieler in die Pflicht genommen hatte, fand Helmer «noch relativ nett». Uli Hoeneß oder Karl-Heinz Rummenigge «hätten andere Worte gewählt», meinte der 58-Jährige. «Was ich spannend finde: Er hat noch nicht das Wort 'wir' in den Mund genommen. Er sucht gerade sicherlich auch noch seinen Weg. Er hat auch erwartet, dass da eine Reaktion kommt nach den letzten Wochen und der Saison voller Unruhe.»