Nach der Final-Niederlage gegen Alba Berlin hat Bayern Münchens Trainer Svetislav Pesic deutliche Kritik an seinen Basketballern und sich selbst geübt. «Mir ist es nie gelungen, aus diesen Spielern ein Team zu bilden», resümierte der 76-Jährige, dem in seiner letzten Partie vor dem Ruhestand ein Happy End verwehrt blieb. Die Bayern verloren das entscheidende fünfte Finalspiel der Bundesliga mit 81:84 in der eigenen Halle - und das trotz einer vermeintlich komfortablen 47:27-Führung zur Halbzeit.
Pesic hatte den Kader mit dem größten Etat in Deutschland Anfang Dezember nach der Trennung von Meistercoach Gordon Herbert übernommen. Für den erfahrenen Trainer war es ein unerwartetes Comeback - mit Bayern war er bereits 2014 Bundesliga-Champion geworden. Diesmal aber passte etwas nicht im Teamgefüge, wie der Serbe sagte: «Mir ist es als Trainer nie gelungen, eine Mannschaft zu bilden, die in schweren Momenten des Spiels zurückkommt.»
Sowohl im vierten als auch fünften Match gaben die Favoriten einen Vorsprung noch aus der Hand. Vor allem beim Showdown am Sonntagabend war das eklatant: Bayern führte mit 20 Punkten Vorsprung zur Pause und immer noch 16 Zählern kurz vor Ende des dritten Viertels. Doch danach klappte fast gar nichts mehr bei den Gastgebern. «Super frustriert, extrem frustriert», stammelte der Münchner Routinier und frühere Alba-Profi Niels Giffey nach der Pleite.
Verwerfungen mit einigen Profis
Pesic deutete an, dass er mit dem Auftreten mancher Profis nicht einverstanden war in dieser Saison: «Einige Sachen erlaube ich nicht.» Was genau er meinte, blieb offen. Im ersten Finalspiel (102:94) geriet er mit Xavier Rathan-Mayes bei einer Auswechslung aneinander - daraufhin wurde der Aufbauspieler in drei der folgenden vier Matches gar nicht mehr eingesetzt. Seinen serbischen Landsmann Stefan Jovic, mit dem Pesic 2023 noch Vizeweltmeister geworden war, hatte der Coach schon lange vor den Playoffs aus dem Kader aussortiert.
«Ich will nicht sagen, dass die Spieler keine Profis sind, das ist nicht der Fall», meinte Pesic, ehe er ergänzte: «Aber die Mannschaft steht über allem.»
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