Starnberg (dpa/lby) - Es ist stockdunkel, eiskalt und der Wasserdruck presst die Lunge auf einen Bruchteil ihres normalen Volumens zusammen. Für Apnoetaucher Minja Marinković fühlt sich die Tiefe an «wie auf einem anderen Planeten. Man ist sehr ruhig – und sehr alleine». Am Samstag will der 29-Jährige im Starnberger See an der Allmannshauser Steilwand mit einem Atemzug auf 85 Meter abtauchen und den deutschen Süßwasserrekord in der Disziplin Free Immersion - ohne Flossen - brechen. Was nach maximalem Stress klingt, beschreibt Marinković ganz anders: «Es ist ein sehr friedliches Gefühl. Wie eine starke Meditation.»
An einem Seil wird er sich nach unten ziehen, ab etwa 30 Metern beginnt der freie Fall. Er wird die Arme an den Körper legen und mit dem Kopf voraus in die schwarze Tiefe stürzen - bis zum Zielpunkt, an dem er umdreht und sich am Seil wieder nach oben zieht. Über den Neoprenhandschuhen wird er Gartenhandschuhe tragen. Sie haben mehr Grip.
Ein Wettkampfrichter von Aida International - weltgrößter Verband für das Apnoetauchen - wird bewerten, ob Marinković sein Rekordziel erreicht hat. Der bisherige deutsche Rekord in der Disziplin liegt bei 80 Metern und stammt aus dem Jahr 2011.