Im heftigen Schmerz über den geplatzten Triple-Traum und in der Wut auf den Schiedsrichter drückte Vincent Kompany sein breites Kreuz demonstrativ durch und richtete den Blick entschlossen nach vorne. Nein, einen langen Münchner Trauermarsch wird dieser Fußball-Trainer nicht zulassen.
Der 40-jährige Belgier entdeckte im knapp verpassten Champions-League-Endspiel gegen den international einfach reiferen Titelverteidiger Paris Saint-Germain vielmehr auch eine Kraftquelle für eine noch größere Gier in seinem dritten Bayern-Jahr. Noch in der Nacht nach dem zu geringen 1:1 (0:1) im Halbfinal-Rückspiel wurde in der Allianz Arena das Double als letztes, aber zugleich ganz wichtiges Ziel in dieser von nationalen Torrekorden geprägten Spielzeit ausgerufen.
«Die Mannschaft kennt mich. Ich habe nicht diese Fähigkeit, lange enttäuscht zu sein. Ich bin schon jetzt motiviert für die nächste Saison», sagte Kompany vor der Weltpresse. Die kämpferische Tonlage hatte er schon zuvor in der Kabine gewählt. Der Ex-Profi haderte extrem mit den Schlüsselmomenten. Vor allem einer für ihn «deutlichen» Gelb-Roten Karte für PSG-Verteidiger Nuno Mendes, die der portugiesische Schiedsrichter João Pinheiro nicht gab.