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Selbstbestimmt altern: Moderne Betreuungsmodelle unterstützen den Alltag von Familien

Vertrauen und Nähe: So gelingt die Betreuung im eigenen Zuhause. / Foto: gpointstudio auf magnific.com
Vertrauen und Nähe: So gelingt die Betreuung im eigenen Zuhause. / Foto: gpointstudio auf magnific.com

Wie moderne Betreuungsmodelle wie 24-Stunden-Pflege Senioren und Angehörige entlasten – für ein selbstbestimmtes Altern zu Hause.

Die große Frage um die Rente beschäftigt das ganze Land. Doch abgesehen von der Versorgung der heute noch jungen Menschen, liefert der demografische Wandel uns schon jetzt eine neue Herausforderung: Wie pflegen wir unsere alternde Gesellschaft? Gerade in Bayern äußern immer mehr Menschen den klaren Wunsch, ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Wer möchte schon in einer stationären Einrichtung leben, wenn es auch anders geht? Die erwachsenen Kinder der alternden Generation sind damit allerdings vor eine echte Belastungsprobe gestellt. Zwischen Berufstätigkeit, den eigenen Kindern und der emotionalen und physischen Verantwortung für ihre pflegebedürftigen Eltern befinden sie sich in einem schwierigen Spagat.

Dieser Konflikt führt nicht selten zu einer chronischen Überlastung der pflegenden Angehörigen. Oftmals wird die eigene Gesundheit hinten angestellt, um der Pflege des Vaters oder der Mutter gerecht zu werden. Die moderne Gerontologie und Sozialwissenschaft betonen daher immer wieder, wie essenziell entlastende Angebote für das gesamte Familiensystem sind. Ein stabiles Netz aus verschiedenen Hilfsmitteln und Modellen sichert nicht nur das Wohlbefinden des Seniors, sondern schützt auch die Erwerbsbiografien und die mentale Gesundheit der nachfolgenden Generation.

Brücken der Betreuung im Alltag

Ambulante Pflegedienste sind wertvoll und hilfreich. Sie decken die medizinische Behandlung ab, wenn sie Medikamente liefern und Wunden verbinden, nehmen den Familienmitgliedern aber nicht die Haushaltsführung, die alltägliche Präsenz und die soziale Teilhabe ab. Pflegebedürftige Senioren brauchen Aufmerksamkeit, wie alle anderen Menschen auch. Dies kann eine 24-Stunden-Pflege in Fürth und in anderen Orten der Region übernehmen. Es handelt sich dabei um eine Betreuungskraft, die in den Haushalt einzieht und sich dort rund um die Uhr um die pflegebedürftige Person kümmern kann. Dabei geht es um mehr als das bloße Kochen von Mahlzeiten. Die Pflegekraft kann dabei helfen, den Tagesablauf wieder klar zu strukturieren und dem Senioren damit wieder ein Gefühl von Normalität geben. Viele pflegebedürftige Menschen erhalten dadurch auch ihre Würde aufrecht, die sie in anderen Pflegesituationen womöglich verloren geglaubt haben.

Darüber hinaus stabilisiert diese kontinuierliche Präsenz den psychischen Zustand von Menschen mit kognitiven Einschränkungen, wie beispielsweise einer beginnenden Demenz. Die gewohnte Umgebung, kombiniert mit einer festen Bezugsperson, reduziert Ängste und Orientierungslosigkeit. Anstatt durch einen häufigen Wechsel von Pflegepersonal verunsichert zu werden, erleben die Senioren eine vertrauensvolle Konstante in ihrem Alltag, die flexibel auf individuelle Bedürfnisse und tagesaktuelle Verfassungen eingehen kann.

Synergien mit der medizinischen Versorgung

Diese Art der Betreuung soll kein Ersatz für den ambulanten Pflegedienst sein. Aber sie kann die ideale Ergänzung bieten. Medizinische Aufgaben bleiben weiterhin in den Händen der Fachkräfte, doch darüber hinaus gibt es einiges zu tun. Die Pflegekraft kann zum Beispiel beim Aufstehen und beim Ankleiden helfen, mit dem Senioren die tägliche Körperhygiene erledigen und dafür sorgen, dass sie sich wohlfühlt. Dazu kommt die Hauswirtschaft. Pflegekräfte können auf lokalen Märkten Einkäufe erledigen, Mahlzeiten frisch zubereiten und die Wohnung sauber halten. Und sie übernehmen einen häufig unterschätzten Punkt: die soziale Komponente. Im hohen Alter und wenn Pflegebedarf besteht, heißt das nicht, dass das Bedürfnis nach Gemeinschaft versiegt. Eine Pflegekraft kann den Senioren beim Spaziergang begleiten oder Besuche organisieren und ist letzten Endes auch der erste Ansprechpartner im Haus. Das hilft dabei, das Gefühl der Einsamkeit zu verringern, die viele Senioren fühlen.

Durch die enge Verzahnung von häuslicher Betreuung und professioneller ambulanter Pflege entsteht ein sogenanntes „Care-Netzwerk“. Die Betreuungskraft im Haus bemerkt kleinste Veränderungen im Gesundheitszustand oder Verhalten des Seniors sofort und kann den ambulanten Dienst oder die Angehörigen frühzeitig informieren. Diese präventive Beobachtung verhindert oft gesundheitliche Krisen oder Stürze, die andernfalls einen plötzlichen Krankenhausaufenthalt notwendig gemacht hätten. Es zeigt sich, dass diese interdisziplinäre Zusammenarbeit die Erfolgsquote für ein langes, sicheres Verbleiben im eigenen Zuhause massiv steigert.

Finanzierung und steuerliche Möglichkeiten

Nun kostet all das natürlich Geld und viele Familien schrecken genau deshalb vor der Option zurück, eine 24-Stunden-Pflege in Anspruch zu nehmen. Dabei kann, je nach Pflegegrad, das Pflegegeld direkt dafür eingesetzt werden, die häusliche Betreuungskraft mitzufinanzieren. Bis zu 20 Prozent der Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen oder maximal 4.000 Euro pro Jahr können auch steuerlich geltend gemacht werden. Deshalb gilt es, schon früh den individuellen Bedarf zu untersuchen, denn wer gut organisiert ist, sichert Lebensqualität im Alter im eigenen Zuhause.

Ergänzend dazu lohnt sich die Prüfung weiterer Fördertöpfe. So können beispielsweise Verhinderungspflege oder Kurzzeitpflege-Budgets unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen mit in die Gesamtfinanzierung einfließen. Auch regionale Förderprogramme in Bayern unterstützen den barrierefreien Umbau des Wohnraums, was wiederum die Arbeit der Betreuungskraft erleichtert. Eine frühzeitige Beratung bei den Pflegekassen oder unabhängigen Pflegestützpunkten hilft Familien, die finanzielle Belastung transparent zu kalkulieren und alle gesetzlichen Ansprüche voll auszuschöpfen, um eine langfristig tragfähige Lösung zu realisieren.