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PV-Module richtig vergleichen: Warum Watt allein nicht über die Qualität entscheidet

Nahaufnahme eines PV-Moduls mit sichtbaren Solarzellen, die im Sonnenlicht glänzen.
Watt allein entscheidet nicht: Qualität und Verarbeitung machen den Unterschied bei PV-Modulen. / Foto: Michael Pointner auf pexels.com
Von: Konrad Vers

Wussten Sie, dass zwei PV‑Module mit identischer Wattzahl im realen Betrieb völlig unterschiedliche Erträge liefern können? Vergleicht man diverse Module, taucht immer wieder die Nennleistung in Watt-Peak auf. Je höher die Zahl, desto höher ist der suggerierte Ertrag.

Dementsprechend dient dieser Wert im Marketing als primäres Unterscheidungsmerkmal. Doch ein ausschließlicher Fokus auf die reine Spitzenleistung ist zu einseitig gedacht. Wer langfristig investieren möchte, sollte auch physikalische Faktoren und eine hochwertige Verarbeitung berücksichtigen. Sie zusammen haben einen Einfluss darauf, wie viel Strom ein PV-Modul in seiner gesamten Lebensdauer tatsächlich produziert.


Nicht nur Watt entscheidet: Qualität und Verarbeitung bestimmen den Ertrag einer PV-Anlage / Foto: Roy Buri auf Pixabay.com

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Der Mythos der Nennleistung unter Laborbedingungen

Die ausgewiesene Watt-Peak-Leistung wird unter Standard-Testbedingungen (STC) ermittelt: 1000 Watt pro Quadratmeter Einstrahlung und 25 Grad Celsius Zelltemperatur. In der Natur kommen diese Voraussetzungen jedoch selten zeitgleich vor. Stattdessen erwärmen sich die Module in der Praxis stark, oder aber das Licht trifft in einem flachen Winkel auf die Oberfläche. Daher sollte der STC-Wert lediglich als eine grobe Orientierung gesehen werden.

Schlüsselparameter für die reale Ertragsleistung

Wenn man den Ertrag also wirklich vergleichen möchte, haben noch weitere Faktoren einen Einfluss darauf:

Module verlieren bei Hitze an Leistung, wie Smartphones und andere Technik auch. Der sogenannte Temperaturkoeffizient gibt den Verlust pro Grad Erwärmung an. Ein hochwertiges Modul erkennt man an seinem niedrigen Wert. Besonders bei den zunehmend heißen Sommern macht dies einen erheblichen Unterschied im Ertrag aus.

Berücksichtigen sollte man auch das Verhalten bei Schwachlicht. Denn in Mitteleuropa ist die Sonneneinstrahlung häufig diffus. Wenn ein gutes Schwachlichtverhalten gegeben ist, beginnen Module früher am Tag mit der Produktion und können diese auch bei Bewölkung audrecht erhalten.

Ein weiterer Punkt ist der Wirkungsgrad, der das Verhältnis von eingestrahlter Sonnenenergie zur erzeugten Leistung pro Fläche beschreibt. Je höher dieser ist, desto kleiner ist das Modul, was wiederum genutzte Dachfläche und Montageaufwand bei Höhenprojekten für Heimwerker und Profis erspart.


Präzision bei der Montage: Jedes Detail zählt, um die volle Leistung aus PV-Modulen herauszuholen. / Foto: Como una Reina auf Pixabay

Modernere Modularten und Bauformen

Es sind auch nicht alle PV-Module gleich, was den Aufbau angeht. Gängig sind heute vor allem monokristalline Zellen. Doch auch innerhalb dieser Kategorie existieren Unterschiede:

Moderne Zelltechnologien wie TOPCon und Heterojunction (HJT) lösen ältere Bauformen ab. Sie haben eine geringere altersbedingte Leistungsminderung und bieten bessere Erträge bei hohen Temperaturen sowie bei Schwachlicht.

Glas-Folie-Module nutzen auf der Rückseite eine Kunststofffolie. Sie haben ein geringeres Gewicht, sind aber anfälliger für Feuchtigkeit. Glas-Glas-Module betten die Zellen zwischen zwei gehärtete Glasscheiben ein, was eine höhere Barrierewirkung hat und einen besseren Brandschutz bietet. Außerdem wird das Risiko von Mikrorissen durch Wind und Schnee minimiert.

Verarbeitungsqualität und mechanische Belastbarkeit

Ein PV-Modul ist über Jahrzehnte Witterungseinflüssen ausgesetzt. Dementsprechend hängt ihre Haltbarkeit stark von der Qualität der verbauten Materialien ab. Hierbei sollte man auf die Rahmenkonstruktion achten. Denn ein stabil verarbeiteter Aluminiumrahmen schützt vor Vorbiegungen bei Schneelast und bewahrt die Glaskanten vor Schäden.

Eine durchdachte Verschaltung der Bypass-Dioden im Modul selbst reduziert Leistungsverluste, wenn Schatten auf einen Teil der Anlage fällt, und verhindert die Überhitzung einzelner Bereiche. Auch das Gehäuse der Anschlussdosen sollte dicht sein und mindestens IP68 aufweisen, um eine sichere Stromableitung ohne Korrosionsschäden zu ermöglichen.

Die Bedeutung von Montage und Schattenmanagement

Neben dem Modul selbst sind auch die Ortswahl und die Installation entscheidend: Ein ausreichender Abstand zwischen Dach und Modul ist wesentlich, für eine hohe Effizienz. Bei dieser Hinterlüftung kann die Luft zirkulieren.

PV arbeitet mit Sonne, daher kann bereits der Schatten einer Gaube die Leistung einer gesamten Modulreihe mindern. Deshalb sichert eine durchdachte String-Planung den Ertrag.

Wenn man Freiflächen oder Flachdächer hat, können zweiseitig aktive bifasziale Module auch indirektes Licht auffangen, das vom Untergrund reflektiert wird. Hierdurch wird ohne zusätzliche Fläche oder Aufwand der Ertrag gesteigert.

Garantieleistungen richtig bewerten

Wichtig ist überdies ein genauer Blick auf die Garantieleistung. Die Produktgarantie deckt Fehler von Material und Verarbeitung ab und erstreckt sich zwischen 12 und 30 Jahren. Die lineare Leistungsgarantie garantieren bei guten Herstellern nach 85 bis 90 Prozent Nennleistung nach 25 bis 30 Jahren. Einen guten Überblick erhält man beispielsweise auf https://soltechshop.de.

Konrad Vers
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Konrad Vers

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