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Pflege unter Druck: Warum in Fürth immer mehr Familien ihr Zuhause barrierefrei umbauen

Barrierefreier Umbau ermöglicht es Senioren, länger selbstständig und sicher in den eigenen vier Wänden zu leben – für mehr Lebensqualität und Geborgenheit. / Foto: magnific.com
Barrierefreier Umbau ermöglicht es Senioren, länger selbstständig und sicher in den eigenen vier Wänden zu leben – für mehr Lebensqualität und Geborgenheit. / Foto: magnific.com

Barrierefreier Umbau in Fürth: Treppenlifte, Förderungen & Tipps, um länger selbstständig zu Hause leben zu können.

Die Diskussion über die Zukunft der Pflege reißt nicht ab. Steigende Eigenanteile in Pflegeheimen, der anhaltende Fachkräftemangel und eine älter werdende Gesellschaft sorgen auch 2026 dafür, dass Bund und Länder verstärkt auf die häusliche Pflege setzen. Das politische Ziel ist klar: Menschen sollen möglichst lange in ihrem vertrauten Zuhause leben können – vorausgesetzt, die Wohnsituation macht das auch möglich.

Genau an diesem Punkt beginnt für viele Familien in Fürth die eigentliche Herausforderung.

Während Neubauten heute häufig barrierearm geplant werden, sieht die Realität in vielen bestehenden Wohnhäusern anders aus. In Stadtteilen wie Burgfarrnbach, Dambach, Vach oder Stadeln prägen Ein- und Zweifamilienhäuser das Bild. Viele dieser Häuser wurden vor Jahrzehnten gebaut – mit Kellertreppe, Obergeschoss und oftmals mehreren Ebenen. Was früher selbstverständlich war, kann im Alter oder nach einer Erkrankung schnell zum Hindernis werden.

Nach einem Krankenhausaufenthalt bleibt häufig nur wenig Zeit, um das Zuhause an die neue Situation anzupassen. Angehörige müssen kurzfristig Entscheidungen treffen, Termine koordinieren und gleichzeitig klären, welche Unterstützung überhaupt möglich ist.

„Die meisten Gespräche beginnen mit einem Satz wie: Damit haben wir eigentlich nicht gerechnet. Oft hat ein Sturz oder eine Operation alles verändert“, berichtet Mandy Hausner, Ansprechpartnerin bei TS Treppenlifte in Fürth. „Viele Familien sind überrascht, welche Möglichkeiten es heute gibt. Ein Treppenlift lässt sich in vielen Häusern nachrüsten, ohne dass umfangreiche Umbauten notwendig werden.“

Auch politisch gewinnt das Thema Wohnraumanpassung weiter an Bedeutung. Pflegebedürftige Menschen sollen möglichst lange selbstständig leben können. Deshalb können unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse der Pflegeversicherung für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes beantragt werden. Fachleute empfehlen, sich frühzeitig beraten zu lassen, da sich je nach persönlicher Situation unterschiedliche Fördermöglichkeiten ergeben können.

Für Hausbesitzer bedeutet Barrierefreiheit allerdings weit mehr als den Einbau eines Treppenlifts. Oft sind es mehrere Maßnahmen, die den Alltag spürbar erleichtern.

Drei praktische Empfehlungen für Eigentümer

Die Wege im Haus kritisch betrachten. Gibt es Räume, die täglich über eine Treppe erreicht werden müssen? Schon eine kleine Bestandsaufnahme zeigt häufig, wo künftig Herausforderungen entstehen könnten.

Nicht erst im Ernstfall informieren. Wer sich frühzeitig beraten lässt, kennt technische Möglichkeiten und Förderprogramme bereits, bevor Zeitdruck entsteht.

Schrittweise modernisieren. Viele Familien verbinden den Einbau eines Treppenlifts mit weiteren Maßnahmen wie einer bodengleichen Dusche, besseren Lichtverhältnissen oder zusätzlichen Haltegriffen. So entsteht nach und nach ein Zuhause, das langfristig mehr Sicherheit bietet.

In Fürth zeigt sich zunehmend ein Umdenken. Während früher häufig erst nach einem gesundheitlichen Einschnitt gehandelt wurde, informieren sich heute viele Eigentümer deutlich früher. Das Thema Vorsorge gewinnt an Bedeutung – nicht nur bei Seniorinnen und Senioren, sondern auch bei ihren Kindern, die sich rechtzeitig Gedanken über die Zukunft ihrer Eltern machen.

„Unser wichtigster Rat lautet immer: Warten Sie nicht auf den Notfall“, sagt Mandy Hausner. „Wer früh plant, kann verschiedene Lösungen vergleichen und gemeinsam mit der Familie in Ruhe entscheiden. Das nimmt allen Beteiligten viel Druck.“

Wer sich über Möglichkeiten in der Region informieren möchte, findet auf der Informationsseite einen Überblick über verschiedene Treppenlift-Systeme, regionale Beratungsmöglichkeiten und Hinweise zu möglichen Förderungen. Weitere Informationen sind unter hier verfügbar.

Die Herausforderungen der Pflege werden Politik und Gesellschaft auch in den kommenden Jahren beschäftigen. Umso wichtiger wird es für viele Familien, die eigenen vier Wände frühzeitig an veränderte Lebenssituationen anzupassen. Denn ein barrierearmes Zuhause bedeutet nicht nur mehr Komfort – sondern häufig auch die Chance, deutlich länger selbstbestimmt in der vertrauten Umgebung leben zu können.